Die DVE-Umfragen

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Umfrage zur ambulanten Ergotherapie für
Menschen mit psychischen Störungen

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Vorwort

Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE) sieht die moderne, zeitgemäße und international angepasste Bildungsentwicklung in der Ergotherapie als einen bedeutsamen Aufgabenbereich an. In diesem Zusammenhang sind die vielfältigen Bemühungen um die Verortung der Ausbildung im Rahmen einer grundständigen Akademisierung an Hochschulen zu sehen. Das vorliegende Bildungskonzept macht den Gesamtzusammenhang der Bildungsbestrebungen des DVE deutlich und gibt darüber hinaus einen Überblick über beabsichtigte Ziele sowie den aktuellen Stand der Akademisierung der Ergotherapieausbildung.

Außer Frage steht für den DVE, dass in der Übergangszeit auch die Ausbildung an den Berufsfachschulen kontinuierlich weiterentwickelt werden muss, um im Rahmen der Möglichkeiten eine zeitgemäße Ergotherapieausbildung auch an diesem Lernort sicherzustellen.

Demografische, epidemiologische, technologische, politische und ökonomische Entwicklungen stellen für die Gesundheitsversorgung und damit die Gesundheitsberufe große Herausforderungen dar. Aus Sicht des DVE kann das Berufsbild der Ergotherapeutin/des Ergotherapeuten nur dann zukunftsweisend gestaltet werden, wenn die derzeitige Ergotherapieausbildung eine entsprechende Anpassung erfährt.

Somit soll auch in Zukunft eine nachhaltige Patientenversorgung durch eine moderne, qualitativ hochwertige und klientenzentrierte Ergotherapie gewährleistet werden, die auch den Wirtschaftlichkeitsanforderungen genügt.

Der DVE wird in seiner Forderung nach einer grundständigen Akademisierung der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten von verschiedenen Expertengremien unterstützt:

  • Das im Jahr 2007 erschienene Gutachten des Sachverständigenrates "Die Entwicklung der Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe als Beitrag zu einer effizienten und effektiven Gesundheitsversorgung" fordert die Akteure zu mehr Kooperation und Verantwortung auf und regt die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe an. Bereits darin wird die Frage nach dem qualitativen Beitrag der Heilmittelerbringer im bestehenden und künftigen System der Gesundheitsversorgung in Deutschland gestellt.
  • Auch der Gesundheitsforschungsrat (GFR) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat sich 2011 für eine Akademisierung der Gesundheitsberufe ausgesprochen und fordert in seinen Empfehlungen die Träger der Hochschulen und Universitäten sowie die Forschungsförderer und Sozialversicherungsträger auf, initiativ zu werden und den Ausbau von Forschungskapazitäten voranzutreiben.
  • Unterstützt wurde das Ziel der Akademisierung der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten 2012 auch durch die "Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen" des Wissenschaftsrates (WR): "Angesichts des absehbaren Versorgungsbedarfs und des Komplexitäts-zuwachses in Aufgabenbereichen der Pflege- und Therapieberufe und der Geburtshilfe hält es der Wissenschaftsrat für sinnvoll, zwischen 10 und 20 % eines Jahrgangs in den Pflege- und Therapieberufen und im Hebammenwesen auf hochschulischem Niveau auszubilden." Dies wird als erstes Zielintervall angesehen, dass regelmäßig auf Aktualität geprüft werden muss.
  • Zuletzt sprach sich 2014 die Deutsche Hochschulmedizin e.V. (Zusammenschluss des Verbands der Universitätsklinika (VUD), des Verbands der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) und des MFT Medizinischen Fakultätentages) für den Aufbau eines "überschaubaren Rahmens akademischer Ausbildungsgänge in der Pflege und anderen nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen" aus.

Die Statements in Hinblick auf die Entwicklung der Gesundheitsberufe unterstreichen die Vielschichtigkeit des professionellen Handelns, das auf wissenschaftlichen Fragestellungen und ihrer Bearbeitung basiert, die ihrerseits wiederum einen bedeutenden Bezug zu benachbarten Disziplinen aufweisen.

Ergotherapeuten benötigen daher vielseitige Kompetenzen, um sich in einem immer komplexer werdenden Arbeitsfeld zu positionieren, zu handeln und die Ergotherapie weiter zu entwickeln.

Zukünftig wird die Arbeitsbeziehung bzw. -teilung zwischen den Gesundheitsberufen eine zentrale Rolle spielen, um die Qualität der Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten respektive Klientinnen und Klienten zu verbessern und sicherzustellen. Mit anderen Worten: sowohl Inter- als auch Transdisziplinarität (Rosenfield 1992) werden zu Schwerpunktthemen der Ergotherapie und weiterer an der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung Beteiligter. Dies wird auch zu gemeinsamen Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten führen.

Die Akademisierung der Ergotherapie dient einer weitergehenden Auseinandersetzung mit zukünftigen Handlungsfeldern und dem notwendigen professionellen Beitrag. Betätigungs- und Teilhabeorientierung sind hierbei wichtige Aspekte ergotherapeutischen Handelns, um Menschen auf ihrem Weg zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität sowohl kenntnisreich als auch eigenverantwortlich und selbstständig zu begleiten.

Das vorliegende Bildungskonzept verdeutlicht, dass Bildungsinhalte, -ziele und -prozesse immer im Sinne des "Lebenslangen Lernens" zu verstehen und damit langfristig angelegt sind. Die zur Erreichung einer zeitgemäßen Ergotherapieausbildung erforderlichen Zwischenschritte und Übergangslösungen sollen durch eine laufende Aktualisierung des Bildungskonzeptes verdeutlicht und transparent gemacht werden.

Arnd Longrée, Vorsitzender des DVE

Karlsbad, im September 2014

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