EBP Datenbank 57959440 Kopfgrafik

Die DVE-Umfragen

Fotolia 66568909 M 1

Blitzumfrage:
Situation in den ergotherapeutischen Praxen

Jetzt teilnehmen!

%MCEPASTEBIN%
  • Fehlerteufel

    Sie haben einen Fehler auf dieser Seite gefunden? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht mit der Angabe, wo sich der Fehler versteckt hat. Der aktuelle Link dieser Seite wird automatisch mit übertragen.
    Ungültige Eingabe
    Ungültige Eingabe
    Bitte geben Sie Ihre Nachricht ein!
    Ungültige Eingabe
    Bitte beantworten Sie die Sicherheitsfrage

FEHLERTEUFEL

 

Umwelt‐ und verhaltensbezogene Interventionen, um bei älteren Menschen mit Sehbehinderung die Einschränkungen körperlicher Aktivität zu reduzieren und Stürzen vorzubeugen

Laienverständliche Zusammenfassung (Plain Language Summary, PLS)

Wie wirksam sind Anpassungen der häuslichen Umgebung und andere Strategien, die entwickelt wurden, um Menschen mit geringer Sehkraft zu helfen, sich sicher zu bewegen?

Warum diese Frage wichtig ist
Eine geringe Sehkraft, die nicht durch eine normale Brille oder andere medizinische Behandlungen ausgeglichen werden kann, wird als Sehbehinderung bezeichnet. Es kommt häufig vor, dass Menschen im höheren Lebensalter eine Sehbehinderung entwickeln. Ältere Menschen mit Sehbehinderung neigen dazu, körperliche Aktivitäten zu vermeiden; zum Beispiel gehen sie möglicherweise weniger Schritte pro Tag als Menschen ohne Sehbehinderung. Es besteht auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie Angstgefühle oder Depression erfahren oder eine Verletzung durch einen Sturz erleiden.

Veränderungen in Bezug auf die Umwelt oder das Verhalten einer Person können vorgenommen werden, um älteren Menschen mit Sehbehinderung zu helfen, sich innerhalb und außerhalb ihrer häuslichen Umgebung sicher zu bewegen. Diese beinhalten Anpassungen der häuslichen Umgebung, um das sichere Fortbewegen dort zu ermöglichen, oder Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts einer Person.

Um herauszufinden, ob Strategien, die Menschen helfen sollen, sich sicher fortzubewegen, bei älteren Menschen mit Sehbehinderung wirksam sind, hat ein Team von Cochrane‐Forschern die Evidenz aus Forschungsstudien überprüft. Insbesondere wollten die Autoren wissen, ob diese Strategien:
‐ die körperliche Aktivität steigern;
‐ das Sturzrisiko senken;
‐ die Sturzangst mindern;
‐ die Lebensqualität steigern.

Wie die Autoren die Evidenz identifizierten und bewerteten
Zuerst suchten sie nach allen relevanten Studien in der medizinischen Literatur. Dann verglichen sie die Ergebnisse und fassten die Evidenz aller Studien zusammen. Abschließend bewerteten sie, wie verlässlich die Evidenz war. Die Autoren berücksichtigten dabei Faktoren wie die Studiendurchführung, die Studiengröße und die Übereinstimmung der Ergebnisse über die Studien hinweg. Auf Grundlage der Bewertungen ordneten sie die Evidenz nach sehr niedriger, niedriger, moderater oder hoher Vertrauenswürdigkeit ein.

Was die Autoren fanden
Sie fanden sechs Studien mit insgesamt 686 älteren Menschen mit Sehbehinderung, die zwischen zwei und 12 Monaten begleitet wurden. Die Personen, die an den Studien teilnahmen, waren im Durchschnitt 80 Jahre alt. Sie lebten entweder zu Hause oder in einer Senioren‐Wohneinrichtung.

In fünf Studien wurden Veränderungen der häuslichen Umgebung, die von Ergotherapeuten durchgeführt wurden, mit Hausbesuchen von Forschungsmitarbeitern oder Freiwilligen verglichen. Die Evidenz aus diesen Studien weist darauf hin, dass Veränderungen der häuslichen Umgebung nach sechs Monaten einen geringen oder keinen Einfluss auf körperliche Aktivität, Sturzangst oder Lebensqualität haben könnten (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Veränderungen der häuslichen Umgebung könnten einen kleinen oder keinen Einfluss auf das Sturzrisiko einer Person nach sechs Monaten haben, aber könnten das Sturzrisiko nach einem Jahr geringfügig reduzieren (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Sechs Studien verglichen Übungen mit üblichen Aktivitäten oder Hausbesuchen. Die Evidenz aus diesen Studien weist darauf hin, dass Übungen einen kleinen oder auch keinen Einfluss auf körperliche Aktivität, Sturzrisiko, Sturzangst oder Lebensqualität nach sechs Monaten haben könnten (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Was das bedeutet
Aktuelle Evidenz deutet darauf hin, dass Strategien, um sich sicher fortzubewegen, die körperliche Aktivität nicht erhöhen, die Sturzangst nicht verringern oder die Lebensqualität älterer Menschen mit Sehbehinderung nicht verbessern könnten. Veränderungen der häuslichen Umgebung, um das sichere Fortbewegen dort zu verbessern, könnten das Risiko von Stürzen nach einem Jahr vermindern, nicht aber nach sechs Monaten.

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist niedrig. Weitere Forschung wird die Ergebnisse dieses Reviews wahrscheinlich verändern. Künftige Studien, die erforschen, welche Strategien für diese Menschen vertretbar sind und warum, und die Veränderungen bei körperlicher Aktivität und Stürzen mit belastbaren Forschungsmethoden messen, werden dabei helfen, Unsicherheiten in diesem Themenfeld zu verringern.

Wie aktuell ist dieser Review?
Die Evidenz in diesem Cochrane Review ist auf dem Stand vom 4. Februar 2020.

Übersetzung: B. Hucke und C. Meiling, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Cochrane Zentrums. Zum Einstellen in die EBP-Datenbank musste der DVE kleinere redaktionelle Änderungen vornehmen.
Quelle: https://www.cochrane.org/de/CD009233/EYES_wie-wirksam-sind-anpassungen-der-hauslichen-umgebung-und-andere-strategien-die-entwickelt-wurden-um (17.11.2020)

DVE-Mitgliedern steht nach dem Login eine genauere Zusammenfassung und eine erste methodische Bewertung des gesamten Cochrane-Reviews zur Verfügung.


Erklärungen der EBP-Fachbegriffe in dieser Zusammenfassung, der PEDro-Skala und des PRISMA-Statements finden Sie im EBP-Glossar.


Zu finden in: EBP-Datenbank

Teilen