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Die DVE-Umfragen

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Umfrage zur ambulanten Ergotherapie für
Menschen mit psychischen Störungen

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FEHLERTEUFEL

 

Statuskonferenz ADHS am 08.-09.12.2014 in Berlin

DVE Positionspapier „Ergotherapie bei ADHS/UEMF
Der DVE hat die heutige Statuskonferenz ADHS zum Anlass genommen, ein Positionspapier zum Thema „Ergotherapie bei ADHS/UEMF“ zu verfassen. Nachfolgend der Text der Kurzfassung, die Langfassung
finden Sie pdf hier (76 KB) .

DVE Positionspapier zur Ergotherapie bei ADHS/UEMF

Ergotherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (F 90. ADHS) und der damit verbundenen Einschränkungen der Teilhabe sowie bedeutsamer Alltagsaktivitäten (Betätigungen).
Ergotherapie ist ein klientenzentriertes, betätigungsorientiertes, multimodales Heilmittel. Sie ist fest in der Grundversorgung der ADHS und ihrer komorbiden Störungen, insbesondere der Umschriebenen Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen (F 82. UEMF), etabliert.

Aktivitäts- und Teilhabeeinschränkungen
ADHS und UEMF haben weitreichende Folgen: Sie können zu erheblichen Beeinträchtigungen der Alltagsbewältigung und der sozialen, schulischen und beruflichen Funktionsfähigkeit führen. Dies kann emotionale Probleme verursachen, Probleme mit Gleichaltrigen herbeiführen und die Teilhabe und Lebensqualität der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter negativ beeinflussen. Ein unbehandeltes ADHS kann die Entstehung weiterer Störungen und Teilhabeprobleme begünstigen (Döpfner et al., 2013).

Ziele der Ergotherapie
„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.

Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“ (DVE 08/2007)

Ergotherapie ist eine notwendige Intervention und ein verordnungsfähiges Heilmittel bei Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Eine Indikation besteht, sobald eine Beeinträchtigung in den Aktivitäten des täglichen Lebens vorliegt oder aufgrund der Symptomatik droht (G-BA, 2011).

Ergotherapie als kostengünstige und niedrigschwellige Intervention
Das Heilmittel Ergotherapie wird häufig bei ADHS und UEMF verordnet, ist in Deutschland ohne lange Wartezeiten flächendeckend verfügbar und ist kostengünstiger als psychotherapeutische Verfahren.

Evidenz der Ergotherapie bei ADHS und UEMFArasin (2009, 2011) belegt die Wirksamkeit des ergotherapeutischen Trainingsprogramms (ETP) bei ADHS (Winter et al. 2007) und zeigt auf, dass sich die hyperkinetische Symptomatik reduziert und die Kernsymptomatik der ADHS signifikant verbessert. So wird das ETP-ADHS auch im leitlinienbasierten Protokoll zur „Diagnostik und Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen“ (Döpfner, 2012) aufgeführt.

Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren weitere Programme veröffentlicht und in Pilotstudien mit positiven Ergebnissen getestet (Chu & Reynolds, 2007a, 2007b; Cordier et al., 2009? Wilkes et al., 2011? Hahn-Markowitz et al., 2011).

Soziale Fertigkeiten von Kindern mit ADHS werden mit spielbasierten Interventionen wirksam gefördert (Wilkes-Gillan et al., 2014; Wilkes et al., 2011).

In einem systematischen Review von Smits-Engelsman et al. (2013) wurde ermittelt, dass Ergotherapie die motorischen Fertigkeiten von Kindern mit einer UEMF durch aufgabenorientierte Interventionsmethoden effektiv verbessert. Daneben hat Ergotherapie einen positiven Effekt auf das Selbstwertgefühl dieser Kinder (McWilliams, 2005). Auch spezifisch ergotherapeutische Verfahren, wie z. B. CO-OP (Cognitive Orientation to daily Occupational Performance) verbessern nachweislich die motorischen Funktionen (Armstrong, 2012; Miller et al., 2001; Polatajko et al., 2001).

Diese Verfahren werden auch in der S3-Leitlinie zur Behandlung von Kindern mit UEMF empfohlen (AWMF, 2011). Starke Evidenz fand die Leitliniengruppe zudem für unspezifische ergotherapeutische Interventionen, die für Kinder mit UEMF immer noch besser sind als keine Intervention.

Fazit
Der DVE unterstützt die Implementierung der Leitlinienempfehlungen zu ergotherapeutischen Maßnahmen bei Kindern mit UEMF und setzt sich darüber hinaus auch für die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Ergotherapie bei Kindern mit ADHS ein.

Ergotherapie ist aufgrund ihrer biopsychosozialen Ausrichtung indiziert, wenn möglichst gezielt Alltagsleistungen verbessert werden sollen. Sie ist Teil einer multimodalen und interprofessionellen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten.

Nähere Informationen - einschließlich der Literaturangaben - finden Sie in der pdf Langfassung dieses Positionspapiers (76 KB) .