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FEHLERTEUFEL

 
So berichtete beispielsweise Herr S. Brenner zu Lehr- und Forschungsambulanzen an der hsg Bochum, die im Rahmen des Studiengangs Logopädie eingesetzt werden. Er unterstrich, dass das „Lernen am Modell“ in den Hintergrund rücken würde und vermehrt Wert auf „Fallbasiertes Lernen im Team“ gelegt würde. Er erläuterte einerseits den Aufbau und die Ausstattung der logopädischen Forschungsambulanz und führte andererseits aus, wie und in welchem Umfang die Lehr- und Forschungsambulanzen im Rahmen des Studiengangs Logopädie eingesetzt werden. Bei allen in den Lehr- und Forschungsambulanzen dürchgeführten Behandlungen, handele es sich aber um Behandlungen außerhalb des Heilmittekataloges, um keine Konkurrenz zu den Praxispartnern aufzubauen. Vielmehr handele es sich um Personen, die keine Therapie (mehr) erhalten würden, z. B. Patienten, die in logopädischen Praxen behandelt wurden, aber deren Therapie bereits beendet wurde und auch z. B. geflüchtete Kinder mit Sprachauffälligkeiten, denen bisher (aufgrund der rechtlichen Situation) noch keine Behandlung in Deutschland möglich ist. Er hob hervor, dass den Supervisoren eine besondere Funktion zukomme, da sie diesen wichtigen Teil der praktischen Ausbildung begleiten. Aufgrund der Anrechnung auf das Lehrdeputat, wird diese relevante Position aber bisher nicht von Professoren besetzt, sondern vielmehr durch wissenschaftliche Mitarbeiter abgedeckt, wobei Herr Brenner betonte, dass die professurale Betreuung auch in der praktischen Ausbildung von Bedeutung sei.

Frau Dr. A. Becker referierte anschließend zum Thema „Wandelnde Anforderungen an die Physiotherapie und ihre Bedeutung für die praktische Ausbildung von morgen“. Insbesondere der Rückgang der Auszubildenden und der bereits zu verzeichnende Fachkräfteengpass sowie der demografische Wandel würden u. a. zu noch geringen Behandlungszeiten für mehr Patienten führen, wobei die erwartete erhöhte Pflegebedürftigkeit der Klienten diese Situation noch verschärfen würde. Die Notwendigkeiten, mit denen darauf reagiert werden sollte, wären ein Ausbau der interdisziplinären Zusammenarbeit, eine anzustrebende Digitalisierung der therapeutischen Berufe, sowie eine relevanter Wandel der therapeutischen Kompetenzen. Die Politik würde diesen Herausforderungen bisher zu wenig Bedeutung beimessen und so sei sie bisher bestrebt, lediglich die Absolventzahlen zu erhöhen und Zuwanderung zu erleichtern, die Ausbildungskostenfreiheit zu fordern, eine Stärkung des Berufsimages herbeizuführen (z. B. durch eine Verbesserung der Vergütung und der Arbeitsbedingungen), die Novellierung der Berufsgesetze und der hochschulischen Ausbildung anzustreben. Es wird versucht, damit Karrierewege zu ermöglichen und Handlungsautonomie zu fördern, wobei der Umgang mit Qualifikationsunterschieden und die Passung der Arbeitsfelder an die Qualifikationsniveaus bisher noch nicht ausreichend thematisiert werden. Zudem stünden die interdisziplinäre Versorgung und die Digitalisierung (einerseits in Bezug auf Lehre und anderseits in Bezug auf Versorgung und Zusammenarbeit) noch in den Kinderschuhen. Anforderungen an Berufliche Bildung sei es, verstärkter u. a. auf die Schlüsselkompetenzen einzugehen und die Individualisierung der Ausbildungsprozesse anzustreben. Durch Politik würde nur ein Rahmen gesteckt, wobei die Ausgestaltung der Kompetenzen jetzt gestaltet werden muss, da diese drängenden und noch stärker aufkommenden Probleme angegangen werden müssen.

Frau C. Schäfer berichtete über neue Tätigkeitsfelder der Ergotherapie in den Niederlanden – Beispiele zukunftsorientierter praktischer Ausbildung. Sie erläuterte anhand des niederländischen Studiengangs Ergotherapie die Bedeutung der „role emerging placements“ (REP), d. h. Phasen der praktischen Ausbildung, die an einem Ort stattfinden, in dem bisher noch keine Ergotherapeutin tätig ist (z. B. in einer Gemeinde). Sie erläuterte die Vorzüge (beispielsweise in Bezug auf die Professionsentwicklung und der Ausbildung der Berufsidentität) und erläutert den Aufbau der REP im Studiengang sowie der gesicherten Begleitung der Studierenden.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung können Sie in Kürze auch auf der Homepage des VAST erhalten: http://www.vast-therapieberufe.de/