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FEHLERTEUFEL

 
Der gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag, den 19. September 2019, die überarbeitete Heilmittel-Richtlinie beschlossen. Bereits seit 2017 wurde die Richtlinie mit ihren Anlagen bearbeitet und war eigentlich Ende 2018 fertiggestellt. Aufgrund des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) und dessen Auswirkungen auf die Richtlinie wurden umfangreiche Nacharbeiten notwendig. Mit dem jetzigen Beschluss und der anschließenden Veröffentlichung tritt die Heilmittel-Richtlinie noch nicht in Kraft, das ist erst für Oktober 2020 vorgesehen. Bis zur endgültigen Umsetzung bleibt also noch reichlich Zeit. Das ist auch notwendig – vor allem für die Vorbereitung der Änderungen in der verpflichtenden Verwaltungssoftware in den Arztpraxen. Die Erfahrungen mit deren Einführung Anfang 2017 haben gezeigt, dass eiliges Handeln nur zu Umsetzungsfehlern und im Zweifel zu einem verringerten Verordnungsaufkommen führt. Dem DVE bleibt damit auch die Zeit, seine eigenen umfangreichen Broschüren und zahlreichen Merkblätter zum Thema Heilmittel-Richtlinie umzuarbeiten.

Was wird jetzt neu in der Heilmittel-Richtlinie? Einige der Änderungen in Kürze:

  • Die bisherige Regelfallsystematik wird komplett geändert. Die Erst- und die Folgeverordnung, sowie außerhalb des Regelfalls wird durch einen einzigen Verordnungsfall inklusive „orientierender Behandlungsmenge“ ersetzt. Von der orientierenden Behandlungsmenge kann der Arzt nach medizinischem Bedarf im Einzelfall abweichen.
  • Ohne die Verordnung außerhalb des Regelfalles entfallen auch entsprechend die Genehmigungsverfahren, die von einigen gesetzlichen Kassen noch durchgeführt werden
  • Die Verordnung wird innerhalb von 28 Tagen begonnen (statt bisher 14 Tage), aber der Arzt kann einen dringenden Behandlungsbeginn von 10 Tagen im Einzelfall kennzeichnen
  • Der verordnende Arzt richtet sich beim behandlungsfreien Intervall nicht mehr nach dem letzten Behandlungstermin, sondern nach dem Ausstellungsdatum der letzten Verordnung.
  • Liegt das Datum mehr als 6 Monate zurück, entsteht ein neuer Regelfall. Innerhalb der 6 Monate kann der Arzt mit der orientierenden Behandlungsmenge verordnen, oder darüber hinaus.
  • Hat der Arzt keine verbindlichen Informationen über voraus gehende Heilmittelbehandlung, kann er von einem neuen Regelfall ausgehen
  • Für die Diagnosegruppen im Heilmittel-Katalog wird klargestellt, dass die dort aufgeführten Beispieldiagnosen nicht abschließend sind. Das ist umso wichtiger, weil nicht jeder Mensch mit seinen Symptomen unbedingt in ein Raster passt, trotzdem aber ein Heilmittel benötigt.
  • Diagnosegruppen wurden zusammengeführt, dadurch verringert sich die Anzahl der Indikationsschlüssel
  • Die Doppelbehandlung wird nun als mögliche vom Arzt anzuordnende Maßnahme benannt
  • Die Frequenzangabe kann als Spanne „von – bis“ angegeben werden
  • Die Leitsymptomatik wird als in der Software hinterlegte Buchstaben a, b, c angegeben oder aber kann individuell als Klartext geschrieben werden
  • Ein Wechsel Einzel-Gruppe wird in beide Richtungen mit Arztzustimmung möglich

In den nächsten Wochen wird der DVE weiter und im Einzelfall konkreter über die Änderungen der Heilmittel-Richtlinie informieren. Wer gerne selbst in der umfangreichen Beschlussfassung des G-BA und den weiteren Anlagen und den Begründungen für die Änderungen lesen möchte: https://www.g-ba.de/beschluesse/3973/