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FEHLERTEUFEL

 
Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung darf nicht am Zugang zur Evidenz scheitern. Deshalb muss sich die Politik für eine bessere Verfügbarkeit von medizinisch-wissenschaftlichen Veröffentlichungen einsetzen – nicht nur für Wissenschaftler*innen, sondern auch für Patient*innen und alle, die in der Gesundheitsversorgung tätig sind.
Eine evidenzbasierte, am Patientenwohl orientierte Gesundheitsversorgung braucht hochwertige, unabhängige Informationen auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. Allerdings scheitert es oft am Zugang zu dieser Evidenz, obwohl die Digitalisierung dafür die besten Voraussetzungen bietet. Denn nur die wenigsten medizinischen Berufsgruppen, Patient*innen und Bürger*innen können tatsächlich kostenfrei auf wissenschaftlich verlässliche Informationen zugreifen.
Die Folge: Gerade Ärzt*innen in Praxen oder in kleineren Kliniken können wichtige neue Studien nicht im Original lesen. Patient*innen können sich nur eingeschränkt über Behandlungsoptionen informieren. Die Zusammenarbeit von Fachleuten bei der Erstellung von Behandlungsleitlinien wird durch restriktive Nutzungsrechte für wissenschaftliche Literatur erschwert. Studienpublikationen, die in wenig verbreiteten Fachzeitschriften erschienen sind, lassen sich über legale Wege nur mit hohen Kosten beschaffen. Unklarheiten und Restriktionen im Urheberrecht sorgen für juristische Risiken bei der Nutzung der Literatur.
In anderen Ländern der Welt, zum Beispiel in Norwegen, Großbritannien oder der Schweiz, ist die Situation deutlich besser. In Deutschland hat es die Politik in den letzten Jahren aber versäumt, die Zugangswege weiter zu entwickeln, teilweise haben sie sich sogar verschlechtert – obwohl der Koalitionsvertrag 2018 eine Verbesserung der Situation vorsieht.
Deshalb brauchen wir zeitnah eine Gesamtstrategie für den Aufbau einer zukunftsfähigen Informationsinfrastruktur für die medizinische Wissensversorgung in Deutschland, die dem Bedarf aller Nutzer*innen gerecht wird. Für einige Maßnahmen braucht es sogar nur den politischen Willen, da sie sich kostenneutral und ohne Strukturänderungen umsetzen lassen. So könnten Institutionen mit Aufgaben vom öffentlichen Interesse Zugang zu wissenschaftlichen Bibliotheken erhalten und für autorisierte externe Nutzer der Zugriff auf die Bibliotheksbestände über gesicherte Verbindungen erlaubt werden.
Deshalb hat die AG Wissensmanagement im EbM-Netzwerk beim Deutschen Bundestag eine Online-Petition eingereicht. Die Zeichnungsfrist endet am 10.03.2020. Unterstützen Sie unser Anliegen – denn alle Menschen haben ein Recht, auf Wissen zu ihrer Gesundheit und ihren Krankheiten zugreifen zu können.
Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2020/_01/_24/Petition_106222.html
Ansprechpartnerinnen: Siw Waffenschmidt (), Katja Felgenträger (), Ulrike Euler ()

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