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FEHLERTEUFEL

 
Ja, vieles wendet sich zum Guten, aber leider ist auch bei de HMR 2020 nicht alles Gold, was glänzt. Hier, für einen positiven Blick in die Zukunft, einige Probleme, die sich bald von selbst erledigt haben.

Fristen Beginn und Unterbrechung nicht eingehalten
Die Frist für den Behandlungsbeginn und für Unterbrechungen liegt immer bei 14 Kalendertagen – mit der neuen HMR sind es 28, es sei denn, die Ärztin kreuzt einen dringlichen Behandlungsbedarf an. Alle Rahmenverträge in der Ergotherapie sehen vor, dass in begründeten Ausnahmefällen der Behandlungsbeginn nach Rücksprache mit der Ärztin auch später erfolgen kann. Längere Unterbrechungen sind in Ausnahmefällen ebenfalls möglich, die Details regeln die Verträge. Nachbesserungen werden häufig von den Kassen verweigert, so dass hier absolute Sorgfalt anzuraten ist. In beiden Fällen also unbedingt daran denken, dies auf der Rückseite der Verordnung zu dokumentieren!

Begründung bei einer Verordnung außerhalb des Regelfalls fehlt
Wenn also „oben“ das Kreuzchen bei Verordnung außerhalb des Regelfalles sitzt, sollten Sie gleich prüfen, ob „unten“ auch eine Begründung steht – auch wenn die jeweilige Kasse auf das Genehmigungsverfahren verzichtet hat. Manche Krankenkassen legen darauf aber keinen Wert oder lassen es zu, dass die Begründung nachgetragen wird.
Mit der neuen HMR wird es keine Verordnungen außerhalb des Regelfalls mehr geben.

Genehmigung bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls fehlt
Damit erledigt sich auch dieses leidige Problem: Das Einholen der Genehmigung ist in den meisten Praxen ein Standardablauf, bei dem aber in zwei Fällen größte Sorgfalt geboten ist: bei Kassen, die „unbekannt“ oder „selten“ sind (z.B. eine Betriebskrankenkasse oder die AOK eines anderen Bundeslandes) oder bei Hausbesuchspatienten, wenn die Verordnung nicht in der Praxis vorgelegt und übersehen wird, dass eine Genehmigung geholt werden muss. Generell bedeutet eine vergessene Genehmigung den Verlust der gesamten Vergütung, Ausnahmen davon sind sehr selten.

Indikationsschlüssel fehlt, ist unvollständig oder falsch
In der Ergotherapie besteht der Indikationsschlüssel nur aus der Diagnosegruppe, von den vier Feldern sind daher nur drei auszufüllen. Achten Sie auch bei Folgeverordnungen immer darauf.
Mit dem neuen Heilmittelkatalog wird es auch in der Ergotherapie Buchstaben-Kürzel für die Leitsymptomatik geben. Hurra, jedes Kästchen wird dann ausgefüllt!

Hausbesuch falsch abgerechnet
Je nach Bundesland und Kassenart unterscheidet sich die Systematik der Abrechnung von Hausbesuchen enorm. Machen Sie sich daher mit den jeweils geltenden Regelungen vertraut – am besten anhand der Original-Preisvereinbarungen des DVE, die immer auch Erläuterungen enthalten. Rechnen Sie bei Behandlungen in sozialen Einrichtungen die korrekte Pauschale ab: Hier hilft es, in der Patientendokumentation zu notieren, ob der Patient der erste/einzige war oder ein „weiterer“ (bei Pos.-Nr. 59901/59902/59935).
Mit dem neuen bundesweiten Vertrag gibt es nur noch eine Regelung für alle Kassen und in allen Bundesländern. Das macht es einfacher – einhalten muss man diese neue einheitliche Regel aber trotzdem, denn nichts lässt sich leichter prüfen als eine Abfolge von Tagen.

Verordnungsmenge überschritten
In der Ergotherapie beträgt die Höchstverordnungsmenge im Regelfall immer zehn (Ausnahme: SB 4, hier sechs). Im Zusammenhang mit Doppelbehandlungen oder der Abrechnung einer „Beratung zur Integration ins häusliche oder soziale Umfeld“ kommt es aber vor, dass unzulässigerweise mehr als zehn Einheiten abgerechnet werden. Hier ist Sorgfalt angesagt: eine Doppelbehandlung besteht immer aus zwei Einheiten (also sind fünf Termine möglich), die Beratungseinheiten werden immer angerechnet (bei drei Einheiten Beratung also noch sieben Einheiten für die Therapie; Ausnahme bei den Ersatzkassen/LKK).

Zugegeben, hier ändert sich nichts. Daher Vorsicht bei allem was mehr ist als 10!

Bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls ist die Verordnungsmenge von der Frequenz abhängig: Der Arzt verordnet genug für zwölf Wochen – z.B. bei einer Frequenz von 2x/Woche also 24 Einheiten. Es ist nicht erforderlich, die Verordnung in zwölf Wochen abzuarbeiten; Unterbrechungen sind möglich und werden dazu addiert.

Die 12 Wochen werden uns auch in der neuen HMR begleiten. Allerdings nicht mehr für Verordnungen außerhalb des Regelfalls, sondern für Verordnungen mit Diagnosen aus den Listen Besonderer Verordnungsbedarf und Langfristiger Heilmittelbedarf. Hoffen wir, dass es die Ärzte verstehen.

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