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FEHLERTEUFEL

 

Unlängst hat der DVE eine Online-Blitzumfrage zur aktuellen Lage der ergotherapeutischen Praxen durchgeführt. Die Daten werden für die politische Arbeit, aber auch in Hinsicht auf das anstehende Schiedsverfahren mit Anhörungstermin Ende Juli benötigt. Erfreulicherweise haben in der knappen Woche Laufzeit über 1.000 Ergotherapeut:innen an der Umfrage teilgenommen – das ist jede 10. Niedergelassene!

Hier einige wichtige Ergebnisse aus der Umfrage:

34 % der Praxen konnten in den letzten 6 Monaten eine freie Stelle nicht wiederbesetzen, 22,4% der Teilnehmer sogar zwei Stellen nicht. Ein deutliches Zeichen für den akut vorhandenen Fachkräftemangel ist auch, dass knapp 30 % der Praxen seit Anfang 2020 Stellen auf Dauer abbauen mussten, weil sie keine Ergotherapeut:innen zur Einstellung gefunden haben. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung gefährdet in höchstem Maße die ambulante Versorgung der Versicherten.

Die Gehälter ihrer Angestellten haben 47 % der Praxisinhaber:innen in 2020 erhöht, obwohl in dem gesamten Jahr keine Vergütungserhöhung durch die Kostenträger erfolgte! Und für das Jahr 2021 haben knapp 66 % ihren Angestellten bereits eine Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt, sobald eine neue Preisliste in Kraft tritt. Damit zeigt sich, was der DVE bereits mit der Auswertung des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit seit Jahren darstellen kann: die ergotherapeutischen Praxisinhaber erhöhen regelmäßig die Gehälter ihrer Angestellten – unabhängig von einem steigenden oder stagnierenden Umsatz – um mit den Tarifgehältern der stationären Einrichtungen konkurrieren zu können und die Angestellten in der Praxis zu halten. Nach Adam Riese geht dies dauerhaft nur auf Kosten des Unternehmereinkommens, die Praxisinhaber:innen verzichten eher selbst, um ihre Angestellten angemessen zu bezahlen.

Dass sich der Mangel an Ergotherapeut:innen in den Praxen auf die Versorgung auswirkt, zeigt sich an den durchschnittlichen Wartezeiten für neue Patient:innen auf einen Termin. 34,6 % der Teilnehmer geben an, dass sie erst nach Ablauf von 3 Monaten einen Erst-Termin vergeben können. Jede 4. Praxis hat innerhalb von den vorgeschriebenen 28 Tagen einen Platz frei. Und jede 5. Praxis kann auf absehbare Zeit gar keine Patient:innen aufnehmen.

Zum Zeitaufwand für die Prüfung der Verordnungen, der Kommunikation mit den ärztlichen Praxen zwecks Korrekturen und für die Vorbereitung der Abrechnung hat sich für knapp die Hälfte der Teilnehmenden der Zeitaufwand in diesem Jahr nahezu verdoppelt. Nur 10% sehen keine Veränderung bei ihrem Verwaltungs-Aufwand, beim Rest gab es einen geringfügigen Anstieg. Damit zeigt sich, dass die Einführung der neuen Heilmittel-Richtlinie und das neue Verordnungsmuster 13 einen direkten Einfluss auf den Verwaltungsaufwand hat und die allgemeinen Betriebskosten erhöht.

Das alles zeigt sich auch in den betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) der Praxen: Bei 48 % der teilnehmenden Praxen haben sich die Personal- und die Sachkosten deutlich erhöht, bei 41,3 % waren es v.a. die Sachkosten durch den Mehraufwand für die Hygienematerialien.

Und schlussendlich haben wir die Niedergelassenen gefragt, wie sie emotional mit der Situation umgehen. Hier sind 30 % in erster Linie wütend, weil sie ihre Arbeit für die Versicherten nicht wertgeschätzt sehen. 22,7 % sind enttäuscht, dass die versprochenen Verbesserungen durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) immer noch nicht in den Praxen angekommen sind. Jede:r Fünfte sagt, dass die Situation zwar anstrengend ist, sie aber am Ende eine gute Lösung erwarten. 15,3 % fühlen sich hilflos und jede:r Zehnte macht sich Sorgen um die Zukunft der Praxis. Nur 1,6 % der Teilnehmenden interessieren diese berufspolitischen Themen eher nicht – das läge im Aufgabenbereich des DVE.

Wer die Daten komplett ansehen möchte: das Umfrageergebnis ist als PDF auf der DVE-Homepage hinterlegt. Zu finden unter Service/Umfragen.

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