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FEHLERTEUFEL

 

Laut Rahmenverträgen sind Heilmittelerbringer dazu verpflichtet, sich an Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu beteiligen. Rund 13 % der Praxen nutzen hierfür freiwillig ein Qualitätsmanagementsystem, weil sie erkannt haben, dass sich die Investition in Qualität langfristig als lohnend herausstellt. Denn: Dem erhöhten Einsatz von Zeit und Geld bei Einführung eines solchen Systems steht insbesondere eine höhere Transparenz betrieblicher Abläufe, eine höhere Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine Senkung von Fehlerquoten und damit Kosten gegenüber.

Da sich Qualität u. a. durch hohe Aktualität und ständige Weiterentwicklung auszeichnet, wird die national wie international anerkannte DIN-ISO-Norm für Qualitätsmanagementsysteme regelmäßig alle paar Jahre durch die Internationale Organisation für Normung (ISO) überarbeitet. Zum 23. September 2015 hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) nunmehr eine neue Fassung dieser DIN ISO 9001:2015 veröffentlicht, mit der einige wesentliche Aspekte des Qualitätsmanagement präzisiert werden.

Dies betrifft – neben einigen weiteren Änderungen – insbesondere ein risikobasiertes Denken, das bei allen Praxistätigkeiten gefordert wird, d. h. die systematische Berücksichtigung der mit den Praxistätigkeiten verbundenen Risiken und Chancen. Außerdem wird der sogenannte "Praxiskontext" deutlich stärker in das QM-System einbezogen. Hierunter wird die systematische Analyse z. B. der relevanten gesetzlichen, marktbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte (praxisexterne Sicht) zum einen, aber auch der Werte, Kultur und des Wissens der Praxis (praxisinterne Sicht) zum anderen verstanden.

In diesem Zusammenhang wurde der Begriff der relevanten „interessierten Parteien“ in die Norm aufgenommen: Bisher war die ISO 9001 sehr stark auf die jeweiligen Kunden und deren Anforderungen ausgerichtet. Jetzt sollen auch die weiteren relevanten Personen bzw. Organisationen mit Bezug zur Praxis, wie Ärzte und Krankenkassen, und deren Anforderungen systematisch analysiert werden. Auch das Institut für Qualitätssicherung in der Heilmittelversorgung (IQH), das von IFK und DVE gemeinsam geführt wird, ist von diesen Änderungen betroffen. So wird das IQH-Handbuch, das allen Teilnehmern eines IQH-Workshops zur Verfügung gestellt wird, im Laufe des Jahres 2016 entsprechend der neuen DIN-Norm angepasst. IQH-Mitgliedern werden diese Änderungen selbstverständlich direkt nach der Umsetzung zur Verfügung gestellt. Zeitdruck besteht dabei indes nicht, denn für die Einbindung der neuen Regelungen in ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem wird eine Übergangsfrist von 3 Jahren – also bis September 2018 – gewährt.

(Dr. Michael Heinen, Geschäftsführer IQH, Bochum)