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FEHLERTEUFEL

 

Jeder Mensch spürt auf seine Art die Auswirkungen der Pandemie. „Am stärksten ausgebremst sind Jugendliche und junge Erwachsene“, stellt die Ergotherapeutin Miriam Leventic, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), fest. Die größtmögliche Dynamik in ihrer Entwicklung erleben Menschen im Alter von etwa sechzehn bis dreißig Jahren: Flügge werden, erste Erfahrungen in der Liebe machen, beruflich Fuß fassen und mehr. Dass es diese Gelegenheiten wegen abgesagter Abschlussfahrten und -feiern, online-Studium, Homeoffice und in Summe durch die soziale Isolation kaum gibt, hat Einfluss auf die Prägung dieser Altersgruppe. Ergotherapeut:innen erleben in ihrer täglichen Praxis Jugendliche und junge Erwachsene, die als Folge der Pandemie an Ängsten oder Depressionen leiden. Die Herausforderung: Patient:innen stabilisieren und gemeinsam in der Pandemie passende Lösungen entwickeln.

Etwa 2.400 Menschen jährlich erleiden in Deutschland eine Schädigung des Rückenmarks mit folgender Querschnittlähmung. „Die Aufgabe unserer Berufsgruppe ist, Menschen mit einer Querschnittlähmung zu Empowerment zu verhelfen und mit ihnen an der Vision zu arbeiten, wie ihr Leben nach dem Klinikaufenthalt aussieht“, erklärt die Ergotherapeutin Martha Horn von der BG Unfallklinik Murnau. Die Arbeit der Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) beginnt oft schon bei der Erstversorgung am Unfallort. Ergotherapeut:innen begleiten Menschen mit einer Querschnittlähmung während der gesamten Zeit in der Klinik von der Intensivstation bis zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung und ermöglichen so Inklusion und Teilhabe.

Ergotherapeut:innen unterstützen Menschen mit einem Alkoholproblem von dem Moment an, in dem sie sich in eine Rehabilitationsmaßnahme begeben, mit einer Reihe von Angeboten. Häufig sind die kognitiven Fähigkeiten durch den übermäßigen Alkoholkonsum gemindert. Eine Studie zeigt beeindruckende Ergebnisse: mithilfe von Hirnleistungstraining lassen sich Hirnleistungsstörungen bei vielen sogar vollständig ausmerzen. Solche Erfolge motivieren ungemein und stärken das Vertrauen in die Kompetenz dieser Berufsgruppe. Zudem ebnen sie Ergotherapeut:innen den Weg, ihre Patient:innen für weitere Ideen zu begeistern, denn das Leben „danach“ neu zu gestalten und nachhaltig zu verändern, ist kein einfaches Unterfangen.

Steigende Inzidenzen rücken gute Nachrichten wie das angekündigte Ende der epidemischen Lage in Deutschland und das geplante Beenden der Maskenpflicht in ein anderes Licht. Dürfen die Menschen dennoch aufatmen? „Die Menschen sollen unbedingt wieder aufatmen; dazu gilt es, auf die Spuren zu schauen, die die Corona-Krise bereits hinterlassen hat und noch immer verursacht“, sagt Vera Rüther, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Sie bezeichnet die Corona-Krise als große gesamtgesellschaftliche Herausforderung und Nährboden für Ängste. Dem etwas entgegenzusetzen bedeutet, die Auswirkungen auf die Psyche der Menschen zu erkennen, anzugehen und zu bewältigen. Jetzt, damit sich die möglichen emotionalen Belastungen nicht verschlimmern, manifestieren oder zu chronischen Störungen und Erkrankungen werden. Hilfsangebote gibt es von vielen Seiten, zum Teil kostenlos.

Aktuellen Zahlen zufolge arbeitet ein beträchtlicher Teil der Menschen in Deutschland im Homeoffice. „Die Qualität der Arbeitsplätze zuhause – aber auch die in manchen Büros – ist ebenso wie das Verhalten bei der Arbeit oftmals der Grund für Rückenprobleme“, stellt Susanne Weber fest. Sie bietet im Rahmen der Akademie des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) eine Fortbildung an, die auf das anatomische und medizinische Wissen von Ergotherapeut:innen aufsetzt und sie für die Ergonomieberatung zertifiziert.

Rheuma: diese Hilfe gibt es bei Ergotherapeut:innen
Wie schmerzhaft rheumatische Erkrankungen sind, kann sich niemand vorstellen. Ergotherapeut:innen, deren Part die Alltagsverbesserung bei Menschen mit Arthrose, Rheuma, Gicht & Co. ist, raten: erste Anzeichen ernst- und direkt etwas unternehmen. Denn laut Rheuma-Liga beträgt die durchschnittliche Dauer bis zur Diagnose beispielsweise bei Arthritis gut ein Jahr. Niemand sollte warten (müssen), bis der Leidensdruck unerträglich wird, Schmerzen und schwindende Kraft den Alltag deutlich beeinträchtigen. Oder irreparable Schäden entstehen.

Sturzgefahr älterer Menschen lässt sich eindämmen
Häufig ist die Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten ein Grund, warum es zu Stürzen bei älteren Menschen kommt. Menschen wollen sich unabhängig von ihrem Alter gerne fit und jugendlich fühlen oder so wirken, ohne es – ehrlich betrachtet – tatsächlich zu sein. Wenn es um die eigene Gesundheit geht, ist eine professionelle Einschätzung hilfreich. Ältere Menschen können im Gespräch mit dem Hausarzt ihnen nicht bekannte oder nicht bewusste Risikofaktoren klären. Fragen wie: ‚Reicht das Pensum an Bewegung, an körperlicher und geistiger Aktivität?‘ oder ‚Welche Auswirkungen haben Medikamente oder nachlassende Seh-, Hör- und Muskelkraft auf die restliche Gesundheit‘? führen oft zu der beiderseitigen Erkenntnis, dass ein verändertes Verhalten im Alltag nötig ist.

Verhaltensauffälligkeiten haben einen Grund, sind Folge und Reaktion, die sich aus unerkannten Erkrankungen oder Störungen entwickeln können. Eine solche Störung ist das komplexe Bild der visuellen Wahrnehmungsstörungen. „Aufmerksame Eltern, Erzieher und Pädagogen sind oft die treibende Kraft, um betroffenen Kindern so früh als möglich eine professionelle Förderung zu ermöglichen“, bestärkt Wolfgang Scheid, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), Eltern, deren Kinder sich beim Schreiben nicht an die Lineatur halten, Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben haben oder Konzentrationsschwächen zeigen. Bei Ergotherapeut:innen lernen diese Kinder, für sich passende Bewältigungsstrategien zu entdecken und dadurch besser durchs (Schul-)Leben zu kommen.

Ursprünglich zum Schutz der Menschen gedacht, entpuppen sich die Pandemie-bedingten Kontaktbeschränkungen und Isolationsmaßnahmen zunehmend als Quelle neuer Schwierigkeiten. „Jede Altersgruppe ist gesondert zu betrachten“, sagt die Ergotherapeutin Barbara Heise, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) Viele Senioren waren isoliert. In der Folge konnten sich beispielsweise kognitive Defizite unbemerkt entwickeln. Stellen Angehörige solche Anzeichen, die auf Demenz hinweisen können fest, ist Handeln sinnvoll. Maßgebliche Voraussetzung, um solch heikle Gespräche erfolgreich zu führen: Einen geeigneten Zeitpunkt finden, wenn der oder die Betroffene bereits ist und offen dafür, Hilfe zu akzeptieren.

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus wie etwa die als Long Covid bezeichneten Langzeitfolgen von COVID-19 stellen Forschende und Behandelnde immer wieder vor neue Aufgaben und Hürden. Ein Lichtblick im Dschungel der Fragen und Fragezeichen ist die Berufsgruppe der Ergotherapeut:innen. „Unsere Konzepte und Vorgehensweisen sind unabhängig vom Krankheitsbild oder der Ursache von Schwierigkeiten“, verdeutlicht Miriam Leventic, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), weshalb sie und ihre Berufskolleg:innen eine zentrale Rolle für an COVID-19 oder Long Covid-Erkrankte spielen. Das erkennt mittlerweile auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung an: Sie hat sich mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen darauf verständigt, dass Ärzte bei der Diagnose ‚Post Covid-19‘, kurz Long Covid, Ergotherapie budgetneutral verordnen dürfen – und zwar über den besonderen Verordnungsbedarf!

Die Formen von Autismus-Spektrum-Störungen zeigen sich in unterschiedlichen – sprich leichten bis schweren, aber vor allem individuellen – Ausprägungen. Für das Umfeld von Kindern mit Autismus ist auch daher nicht immer einfach zu erkennen, dass eine Störung vorliegt; einer der Gründe, weshalb manche betroffenen Kinder ihre Diagnose vergleichsweise spät erhalten. „Im Rahmen der ergotherapeutischen Edukation wollen Eltern unter anderem lernen, besser zu unterscheiden: ist das extreme Verhalten gerade Charaktersache, typisch für die aktuelle Entwicklungsphase wie Trotz oder Pubertät, ist es Autismus-bedingt oder alles zusammen und wie lässt sich zielgerichtet damit umgehen“, gibt David Wild, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), einen ersten Einblick in das Spektrum ergotherapeutischer Hilfe bei Autismus.

Der Tag gegen den Schlaganfall ist eine wichtige Aktion, um die Bevölkerung flächendeckend zu informieren und vor allem zu sensibilisieren. Man weiß bereits um das erhöhte Schlaganfallrisiko, welches schwere Infektionen wie eine Grippe mit sich bringen können. Aktuelle Studien bekräftigen die Vermutung, dass COVID-19 ebenfalls neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle verursachen kann. Bei Schlaganfall heißt es: Anzeichen (er)kennen, schnell reagieren und die Versorgung Betroffener sofort initiieren, um dadurch weitere Schädigungen zu verhindern.

Die anhaltenden Belastungen und Beschränkungen durch die Corona-Pandemie verursachen bei vielen Menschen Stress. Eine ‚Nebenwirkung‘, die schwerwiegende Folgen haben kann. „Bereits die Zahlen einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum ersten Lockdown waren beunruhigend“, stellt Fabian Heringhaus fest. Der Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) warnt davor, die Folgen länger anhaltender Phasen von Stress zu verharmlosen. Vielmehr gehe es darum, die Menschen frühzeitig zu sensibilisieren, aufzuklären und zu einem besseren Umgang mit kritischen Lebenslagen zu befähigen.

Die Folgen der Corona-Pandemie lasten ausnahmslos auf allen, alles richtet sich an den vulnerablen Gruppen, den Risikopatient:innen, aus. Trotzdem ist es unerlässlich, den Blick auch auf die Bedürfnisse anderer Kreise zu richten. Etwa die der Jugendlichen. Sie sind in einer besonders anstrengenden Lebensphase. Sie erleben nicht nur die Corona-Krise, sondern gleichzeitig einen der am längsten andauernden und dabei tiefgreifendsten Übergang: die Pubertät. Der DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) sieht hier ein wichtiges Betätigungsfeld für Ergotherapeut:innen. Ziel: den Prozess der Reife und Geschlechtsreife der Jugendlichen innerhalb des Familiensystems so zu gestalten, dass sie ihr Potenzial optimal entfalten können.

Das gesamte Geschehen rund um die Pandemie ebenso wie das immer noch sehr lückenhafte Wissen über COVID-19 verunsichern und ängstigen viele Menschen. „COVID-19 ist nicht zu unterschätzen“, bestätigt Sonja Wandel, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Sie betont aber gleichzeitig, dass es inzwischen sogar für schwer Betroffene immer besser greifende Hilfe gibt – auch für diejenigen mit gravierenden Langzeitfolgen. Trifft es jüngere Menschen, wollen sie ihr aktives Leben mit Beruf, Familie und Hobbys zurück. Die Ergotherapeutin bestätigt aus ihrer Praxis: die Erfolge sind da.

Sexualität spielt, so könnte man meinen, nach einem Schlaganfall keine große Rolle (mehr). Doch ist bei vielen Betroffenen sogar das Gegenteil der Fall. „Entsprechende Statements von Menschen nach einem Schlaganfall zeigen, dass ihre Bedürfnisse in Bezug auf Partnerschaft und Miteinander, Zärtlichkeiten und das Sexualleben sogar einen größeren Stellenwert einnehmen als vor dem Schlaganfall“, betont Lisa Spreitzer. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) hat sich auf ‚Sexualität bei Menschen nach einem Schlaganfall‘ spezialisiert. Bei ihrer Arbeit hat sie viele überraschende Erkenntnisse zu diesem Thema gewonnen.

Krebserkrankungen gehören zu den besonders schweren Erkrankungen und machen den Betroffenen fast ausnahmslos äußerst große Angst. Eine der Aufgaben von Ergotherapeuten bei diesem Krankheitsbild ist, mit Empathie und Fingerspitzengefühl immer wieder auf die Gefühlslage ihrer Patienten einzugehen, sie kontinuierlich aufzuklären und das, was gerade ist, einfühlsam aber ehrlich zu erklären. In Summe sorgen Ergotherapeuten dafür, soviel Positivität wie möglich bei ihren Krebspatienten zu bewirken; das wirkt heilungs- und gesundheitsfördernd. Gemeinsam mit ihren Patienten arbeiten Ergotherapeuten auf erreichbare Ziele hin und wenn die Prognose es zulässt auch darauf, den Alltag wieder aufnehmen zu können.

Die Corona-Pandemie manövriert immer mehr Familien in eine andauernde Phase höchster Belastung. „Der ‚Druck im Kessel‘ ist bei vielen enorm groß“, bestätigt Kinder- und Jugendanwalt Martin Menzel-Bösing. Er bittet Eltern oder alleinerziehende Elternteile, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn es immer wieder zu Eskalationen mit dem Kind kommt, denn er weiß: „Kinder können – und in Krisensituationen ganz besonders – äußerst anstrengend sein, die Eltern förmlich an Grenzen bringen“. Ergotherapeuten, denen seiner Meinung nach beim Kinderschutz eine Schlüsselposition zukommt, vermitteln Eltern Strategien für einen besseren Umgang mit kritischen Situationen ebenso wie einen neuen Blick auf das eigene Kind und sich selbst. Das Gute: als systemrelevanter Part der medizinischen Versorgung kümmern sich ergotherapeutische Praxen auch während des Lockdowns um ihre Patienten und Klienten, vor Ort oder per Videotherapie.

Zusätzlich zur persönlichen Bedeutung und vielen weiteren Aspekten gibt Arbeit Menschen eine Struktur, einen geregelten Alltag. Das gilt auch und noch mehr für Menschen mit einer Depression. Damit sie diese Sicherheit behalten können, besteht die Möglichkeit, sechs Monate nach der Diagnose den (Schwer-)Behindertenstatus zu beantragen. „Das ist gut und sinnvoll“, sagt Stephanie Knagge und erklärt: „Depression macht vor allem eines: antriebslos“. Die Antriebslosigkeit gilt es auszuhebeln, was durch einen strukturierten Alltag, soziale Kontrolle und Routinen wie etwa bei der Arbeit, klappt. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) rät daher ihren Patientinnen und Patienten mit Depression: unbedingt weitermachen, weiterarbeiten, so gut und so lange es geht. Denen, die aktuell feststellen, dass sie den Herausforderungen von Homeoffice oder online-Studium nicht gewachsen sind, empfiehlt sie: direkt professionelle Hilfe holen.

Im zweiten Corona-Lockdown und bei weiter steigenden Zahlen Infizierter gibt es noch immer Patienten, die schon zu Beginn der ersten Infektionswelle erkrankten und bis jetzt daran leiden. Die wenigsten haben nach einem schweren Krankheitsverlauf, Aufenthalt in der Intensivmedizin und dem Ende der Beatmung alles ausgestanden. „Neurologische Folgen, Sensibilitätsstörungen an Händen und Füßen, kognitive Defizite oder Erschöpfungszustände sind einige der Nachwirkungen, um die sich Ergotherapeuten bei Covid-19-Patienten kümmern“, fasst Henny Paeschke, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), zusammen. Sie und ihre Berufskollegen spielen eine zentrale Rolle bei der weiteren, interdisziplinären Behandlung von Patienten mit Covid-19.

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