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FEHLERTEUFEL

 

Mobbing ist eine subtile Form von Gewalt und hat viele Facetten. „Mobbing ist langfristig angelegtes Schikanieren und richtet sich gezielt gegen Einzelne“ stellt Levi Hackbarth, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), fest und fügt hinzu: „Mobbing ist unbedingt von einem Konflikt zu unterscheiden“. Konflikte können gerade im Kindesalter wichtige Erfahrungen sein und sich entwicklungsfördernd auswirken. Im Gegensatz zu Mobbing, das bei den Betroffenen immer schmerzhafte Gefühle wie Demütigung, Wertlosigkeit und sehr viel Schlimmeres auslöst; das Selbstvertrauen von Mobbingopfern schrumpft mit jedem Angriff. Ergotherapeut:innen setzen genau da an: sie stärken das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl betroffener Kinder, Jugendlicher oder Erwachsener. Und zwar das von Mobbingopfern ebenso wie das von Mobber:innen, die genauso, wenn nicht noch dringender Hilfe benötigen.

Wer zum Zeitpunkt einer rechtswidrigen Tat wegen einer psychischen Erkrankung nicht oder nicht vollständig schuldfähig ist, wird nach richterlichem Beschluss im Maßregelvollzug untergebracht. In speziell dafür ausgerichteten Kliniken. „Für uns sind das Patient:innen, die wir intensiv und engmaschig betreuen“, sagt Andrea Weirauch, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) und erklärt: „Die grundlegenden Ziele sind, eine Besserung der Erkrankung zu erreichen, dadurch die Gefährlichkeit herabzusetzen und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft und in den ersten Arbeitsmarkt anzubahnen“.

Kommen Menschen in eine Klinik, sind viele bei bestimmten Tätigkeiten gehandicapt, was auf ihre Erkrankung, Verletzung oder postoperative Einschränkungen zurückzuführen ist. „Der Alltag in einer Klinik besteht für Patient:innen aus über hundert verschiedenen Aktivitäten und Betätigungen, die sie teils schlecht oder gar nicht ohne fremde Hilfe ausführen können“, erklären Franziska Nennker und Robert Striesow. Die beiden Ergotherapeut:innen im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) haben ein Assessment, also ein Bewertungssystem, entwickelt, welches Ergotherapeut:innen ermöglicht, Patient:innen in der Klinik zielführend an eine möglichst große Selbstständigkeit heranzuführen, sie zu empowern. Dies geschieht nicht nur in Hinblick auf den Alltag der Patient:innen während und nach dem Klinikaufenthalt. Die Informationen aus dem Assessment sind eine Art Übergabeprotokoll und im Sinne eines guten Entlassmanagements ebenso für andere Abteilungen, Einrichtungen, Praxen und Personen wichtig, die sich im Anschluss um die Betroffenen kümmern.

Das Motto des Ergotherapie-Kongresses 2023 „Wandel leben“ passt ebenso in die aktuelle Zeit wie generell zu der Berufsgruppe der Ergotherapeut:innen.

Die Zahl an Post COVID Erkrankter ist beachtlich; laut einer Übersichtsstudie ist von mindestens 10% Betroffenen nach einer Corona-Infektion auszugehen. Dass es keine exakten Zahlen gibt, liegt unter anderem daran, dass Post COVID mit einer uneinheitlichen und vielfältigen Symptomatik daherkommt. Die Erkrankung lässt sich schwer diagnostizieren; auch die Behandlung in der Gesamtheit der Beschwerden ist schwierig. „Immerhin ist es möglich, eine Verbesserung des Alltags bei von Erschöpfung Betroffenen zu erzielen“, erklärt Carina Himmelbauer, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Sie und ihre Kommilitonin Judith Gassner haben sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Thema Fatigue, also Energielosigkeit und Erschöpfung, bei Post COVID befasst.

Der Begriff des ‚mündigen Patienten‘ erzeugt häufig ambivalente Gefühle und Reaktionen – bei manchen Ärzt:innen, aber auch bei dem ein oder anderen Menschen, der ärztliche Hilfe beansprucht. „Es ist wichtig und zeitgemäß, dass Menschen sich zunehmend mündig verhalten und die Eigenverantwortung für sich selbst übernehmen; auch und gerade im gesundheitlichen Kontext“, erklärt Bettina Simon, Ergotherapeutin und Vorstandsmitglied für Versorgung und Kostenträger des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Dies entspricht zudem der Maxime von Ergotherapeut:innen, die ihr Gegenüber als Expert:in in ihrem beziehungsweise seinem eigenen Leben sehen. Der DVE fordert schon länger die als Blankoverordnung bezeichnete sogenannte erweiterte Versorgungsverantwortung, bei der die verordnenden Ärzt:innen auf Vorgaben wie Anzahl der Behandlungen oder Therapiefrequenz verzichten.

Frauen in der Menopause sind einer Menge Themen ausgesetzt: von Hitzewallungen über Figur- und Gewichtsveränderungen belastet sie einiges – auch emotional. „Den Frauen geht vieles im Kopf umher, sie befinden sich in einem maßgeblichen Übergang“, äußert sich Benjamin Backes, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) verständnisvoll. Dennoch betont er, wie wichtig es ist, bereits ab diesem Zeitpunkt auf die Gelenke, speziell das Daumensattelgelenk, zu achten. Sein Rat: Möglichst früh bei ersten Anzeichen wie Schmerzen oder nachlassender Kraft professionelle Hilfe suchen. Dem degenerativen Prozess lässt sich mit Training und Bewegung durchaus etwas entgegensetzen.

Mobilität ist einer der wichtigsten Faktoren, der sich auf die persönliche Gesundheit auswirkt und den Menschen selbst bestimmen können. „Wer sich möglichst viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegt, tut Gutes – für die eigene Gesundheit ebenso wie für das Klima“, bestätigt Sonja Schmalen und betont: „Jede und jeder Einzelne kann etwas bewirken. Wichtig ist aber, dass die Politik die Verhältnisse ändert, damit wir unser Verhalten einfacher klimafreundlich anpassen gestalten können“. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) engagiert sich bei Health for Future. Health for Future ist eine Bewegung für Menschen aus Gesundheitsberufen, die sich für Klimagerechtigkeit und eine gesunde Zukunft einsetzen.

So unterschiedlich Behinderungen und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen sind: Eins haben alle Menschen mit Behinderung gemeinsam – sie möchten einen erfüllten Alltag haben, selbstbestimmt leben und dazugehören. „Das Erreichen dieser und weiterer Ziele ermöglichen Ergotherapeut:innen durch Empowerment und Befähigung zur Teilhabe“, fasst Andreas Pfeiffer, Ergotherapeut und Vorstandsvorsitzender des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), zentrale Elemente von Ergotherapie zusammen. Die Interventionsmöglichkeiten von Ergotherapeut:innen für Menschen mit Behinderung sind vielfältig und finden manchmal schon von Kindesbeinen an statt.

Finanzierung der stationären therapeutischen Versorgung für die Zukunft sicherstellen

Diversität bedeutet Vielfalt. Vielfalt zulassen heißt auch, jedem Menschen den Platz in der Gesellschaft zugestehen, an dem er sich verwirklichen und wohlfühlen kann. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Diskriminierung ist weit verbreitet und das, obwohl Diskriminierung kein Kavaliersdelikt ist. Allein die Tatsache, dass es seit dem Frühjahr 2022 eine unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung gibt, spricht Bände. „Wo bleibt bei manchen Menschen die humane Gesinnung?“ fragt Sally Nrkumah ebenso wie viele Ergotherapeut:innen des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.). Die ausgebildete Betzavta Trainerin gibt ihr Wissen im Rahmen von Schulungen weiter – an ergotherapeutische Praxen ebenso wie an andere Interessierte. „Betzavta bedeutet Miteinander und wer einen fairen, respektvollen Umgang in den eigenen (Unternehmens-)Reihen wünscht, tut gut daran, Diskriminierung sichtbar zu machen“, sagt sie. Erst so hat Diversität Raum und einen Nährboden.

„Sich verstärkt der Öffentlichkeit präsentieren“ lautet die Aufforderung des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) für den 27. Oktober, dem Welttag der Ergotherapie. Das ist gut so. Und wichtig. Denn jeder Mensch, Betroffene selbst ebenso wie behandelnde Ärzt:innen, sollte immer im Hinterkopf haben: Mit einer ergotherapeutischen Intervention lassen sich bei nahezu allen Erkrankungen, Krisensituationen oder Beeinträchtigungen und Behinderungen Verbesserungen im Alltag erzielen. Das hat sich sogar in der Pandemie gezeigt. Die vielfältigen Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten von Ergotherapeut:innen waren von einem frühen Zeitpunkt an zielführend.

Sterben ist ein Thema, das jeden Menschen betrifft und etwas angeht. Dennoch versuchen die meisten, sich möglichst wenig damit zu befassen. Schwer oder unheilbar Erkrankte können sich dem jedoch nicht entziehen: Sie müssen sich unweigerlich mit dem eigenen Tod und dem restlichen Leben auseinandersetzen.

Sex in aller Munde? Ja, aber wenn es um Probleme im Bett geht, herrscht meist das große Schweigen. Insbesondere bei älteren Menschen. „Dennoch: Immerhin mehr als die Hälfte ist sexuell aktiv“, enthüllt Laura Stenzel, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), was unterschiedliche Studien, die sich mit dem Thema Sexualität im Alter auseinandersetzen, untermauern. Die Ergotherapeutin hat sich in ihrer Bachelorarbeit unter anderem mit Hilfsmitteln beim Sex – landläufig Sextoys genannt – befasst. In der ergotherapeutischen Praxis erlebt sie, wie schambesetzt Sexualität bei den meisten älteren, aber auch bei vielen jungen Menschen ist. Obwohl es um ihre eigene Gesundheit geht.

Das Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertags „Demenz - verbunden bleiben“ entspricht dem, was Ergotherapeut:innen mit ihren Interventionen bezwecken und bewirken. Um ein Verbundensein dauerhaft zu ermöglichen, ist es wichtig, auch das Umfeld von Menschen mit einer Demenz – in erster Linie sind das die pflegenden Angehörigen – einzubeziehen und deren Belange und Bedürfnisse ebenfalls zu berücksichtigen. „Jeder ist in seinem eigenen Film unterwegs“, erklärt die Ergotherapeutin Barbara Heise, warum es oft zu Schwierigkeiten im Miteinander kommt. Sie zollt pflegenden Angehörigen ihren ganzen Respekt und weiß, dass diese oft in Zeitnot und gleichzeitig von ihren Emotionen zerrissen sind. Sie fühlen sich verpflichtet, handeln aus Liebe und dem Bedürfnis, den Eltern oder dem Partner oder der Partnerin etwas zurückgeben zu wollen.

Die Schreibkompetenz von Kindern verschlechtert sich seit einigen Jahren zunehmend, wie eine Studie des Schreibmotorik-Instituts in Heroldsberg und dem Verband für Bildung und Erziehung belegt. „Das Thema ist vielschichtig“, sagt Susanne Salata. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) arbeitet innerhalb eines deutsch-französisch-luxemburgischen Projekts an einem Programm mit, das Schulen als Schreibmotorik-Schule zertifiziert. Vier Pilot-Schulen gehen mit Beginn des neuen Schuljahrs an den Start. Ein wichtiger Schritt, um dem Dilemma aus fehlender Routine im Handschreiben und Schwierigkeiten in der Schreibmotorik etwas entgegenzusetzen.

Es ist regelrecht en vogue, sich als Unternehmen Klimaneutralität auf die Fahne zu schreiben. Ob ergotherapeutische Praxen das für ihr Image auch ‚nötig‘ haben? „Klimafreundliches Verhalten am Arbeitsplatz verstärken, die Mitarbeiter:innen zu einem reflektierten, achtsamen und bewussten Umgang mit Ressourcen anregen“, legt Andreas Bohmann, Ergotherapeut im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), seine Motivation, maßgebliche Veränderungen in seiner Praxis einzuführen, dar. Vereinzelte Maßnahmen wie Erdgas- und E-Autos für Hausbesuche oder Öko-Strom reichen ihm nicht mehr. Seit Anfang des Jahres arbeitet eine Gruppe aus Mitarbeiter:innen Vorschläge aus, um dauerhaft umweltfreundlich zu arbeiten. Das Ziel: Klimaneutralität herbeiführen. Schritt für Schritt.

Eine seltene Erkrankung geht nahezu immer damit einher, dass die Öffentlichkeit kaum etwas darüber weiß; auch gibt es deutlich weniger Expert:innen wie behandelnde Ärzt:innen oder Therapeut:innen. „So auch bei Epidermolysis bullosa, kurz EB. Patient:innen sind als ‘Schmetterlingskinder‘ bekannt geworden, weil ihre Haut so empfindlich ist wie die Flügel eines Schmetterlings“, erklärt Florian Prinz. Der Ergotherapeut hat mehrere Jahre in der Abteilung für Physikalische Medizin am Universitätsklinikum Salzburg in enger Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen EB-Haus Austria, der weltweit ersten Spezialklinik für Menschen mit Epidermolysis bullosa, gearbeitet. Er betont, dass bei EB Netzwerke eine ganz besondere Rolle spielen. Auch als Ergotherapeut mit eigener Praxis betreut er Kinder mit dieser genetisch bedingten, seltenen Erkrankung. Bei seiner ergotherapeutischen Intervention geht es um Aufklären des sozialen Umfelds, Alltagsbewältigung, motorische Entwicklungsunterstützung und darum, die Beweglichkeit und damit Funktionstüchtigkeit der Hände und Füße möglichst lange zu erhalten.

Erhalten Menschen die Diagnose „Demenz“ oder stellen sich erste kognitive Defizite ein, übernehmen oftmals Angehörige die Aufgaben, die den Betroffenen selbst nicht mehr gut gelingen. „Genau das fördert den Prozess des geistigen Abbaus zusätzlich“, rät daher Anne Wirsing, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), von diesem weit verbreiteten Verhalten ab. Zwei Studien geben ihr recht: Alltagspraktische und kognitive Fähigkeiten von Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz lassen sich für einen bestimmten Zeitraum stabil halten. Die Studien fanden mit Teilnehmer:innen der Gruppentherapie MAKS® statt.

Wer einen Schlaganfall erleidet, wird in aller Regel schnell und erstklassig versorgt. Medizinisch und therapeutisch. Unter anderem findet ein- bis zweimal die Woche Ergotherapie statt – das ist die Regel. „Wie schnell und nachhaltig sich Patient:innen nach einem Schlaganfall erholen und wieder mehr Lebensqualität verspüren, hängt auch davon ab, ob und wie intensiv sie zwischen den Interventionseinheiten üben“, unterstreicht Wiebke Dierkes die Bedeutung von Compliance. Vor diesem Hintergrund entstand das Programm „Strokecoach“, das die Sport- und Kommunikationswissenschaftlerin und der Neurowissenschaftler Björn Crüts gemeinsam mit ihrem Team entwickelt haben. Das Programm besteht aus den Bausteinen Training, Coaching, Monitoring und ist eine Kombination aus (Ergo-)Therapie sowie täglichem Training zuhause.