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FEHLERTEUFEL

 
Manche Kinder sind mit den vielfältigen Anforderungen, die sie in der Schule zu erfüllen haben, einfach überfordert. Sie scheitern. Aber nicht etwa daran, dass sie nicht lesen, schreiben, rechnen lernen können; oft sind organisatorische Dinge der wahre Grund. Anderen fehlt das Selbstbewusstsein, die Selbstwirksamkeit oder die Fähigkeit, aufmerksam und konzentriert zu bleiben. Und manche sind am Ende der Kita-Zeit motorisch noch nicht so weit, um in der Schule ohne Weiteres mitzukommen. Kommt daher aus der Kita der Hinweis an die Eltern, dass bestimmte Defizite bestehen, sollten Eltern dem in Hinblick auf den Start in die Schule und ein leichteres Lernen nachgehen.

Schulalltag üben
Oft kommen diese Kinder dann in die Ergotherapie. Die Ergotherapeutin Eggert im Kampe erklärt, dass Kita-Kinder meist recht schnell in der Einzeltherapie klarkommen „Für die Schule sind jedoch auch soziale Aspekte von großer Bedeutung“, sagt sie und führt weiter aus: „Dies war der Anlass, ein Konzept für eine Gruppe von Kindern zu kreieren.“. Ergotherapeuten richten sich üblicherweise am Alltag ihrer Klienten aus; in diesem Fall also am Alltag der Kinder in der Schule. Heißt: Mit den anderen Kindern und Lehrern ebenso wie mit allen anderen Gegebenheiten klarzukommen. Und ebenso: Ranzen packen, tragen, bedienen. Oder Schulhefte unterscheiden und im Ranzen finden, Stifte richtig halten, Schwungübungen machen und die Orientierung auf dem Arbeitsblatt. In bester ergotherapeutischer Manier hat Eggert im Kampe daher ein manualisiertes Förderprogramm für eine Gruppe von Kindern erarbeitet, das sich an diesen Anforderungen orientiert und die teilnehmenden Kita-Kinder im Laufe von 12 Wochen altersgerecht, also in kindlichen Denk- und Verhaltensmustern, auf die Schule vorbereitet.

Kindgerechtes Programm
Verhalten sich manche Kita-Kinder zunächst noch schüchtern in ihrer Gruppe, verlieren sie die Scheu oft ganz rasch. Denn alle anderen Kinder sind wie sie: Kita-Kinder, die sich auf die Schule vorbereiten. Und jedes hat seine Besonderheit, hat beispielsweise negative Erfahrungen gemacht, weil es etwas nicht kann. Doch darum geht es hier nicht. Ergotherapeuten schauen auf das, was funktioniert und bestärken und motivieren ihre großen und kleinen Klienten. Kristina Eggert im Kampe hat sich für ihre Arbeit kindgerechte Verstärkung geholt: „iPunkt“. Und so heißt auch ihr Förderprogramm. Sehr stark vergrößert sehen die Kita-Kinder, dass dieser i-Punkt ein Gesicht hat und zwei Beine. So wie seine Freunde, die zum Beispiel Brilli oder Zotteli heißen. Brilli, weil er eine Brille trägt, Zotteli wegen seiner zotteligen Haare. Sie sind ebenfalls im Vorschulalter und bringen den Kindern Geschichten mit und Aufgabenblätter, die von Stunde zu Stunde aufeinander aufbauend schwerer werden.

Motivierende Elemente
Bei allem, was die Kita-Kinder bei iPunkt tun, benutzen sie ihre eigenen Sachen. Erwünschte Nebenwirkung: sie lernen sie dabei auch wertschätzen, etwa den Ranzen beim Ranzen-Tanzen. Dieser Tanz ist wie weitere Elemente dieses ergotherapeutischen Förderprogramms ein Motivationsfaktor: Den Ranzen-Tanz führen die Kinder in der letzten Fördereinheit bei der von allen heiß ersehnten Party vor den Eltern auf. Auch die Partydeko, die die Kinder basteln und die ganz nebenbei die motorischen Fähigkeiten verbessert, gehört dazu. Zur Erfolgskontrolle, aber ebenso, um den Kindern zu visualisieren, wie weit sie schon gekommen sind, hat die Ergotherapeutin Eggert im Kampe Checklisten ausgearbeitet. So kann sie nach jeder Einheit zusammen mit dem jeweiligen Kind dort Häkchen machen, wo etwas geklappt, sich etwas verbessert hat. Jeder kann sich vorstellen, wie stolz und dadurch zunehmend motiviert ein Kind ist, das immer mehr kann und das von seiner Ergotherapeutin gezeigt und gesagt bekommt. Diese wird nicht müde zu vermitteln, wie ausgezeichnet die Kinder gearbeitet haben, vorbereitet sind und sich auf die Schule freuen können.

Eltern einbeziehen
Eines der grundsätzlichen Ziele der Ergotherapie ist eine nachhaltige Wirkung. In der pädagogischen Arbeit funktioniert das unter anderem dadurch, dass die Kinder Übungen wiederholen. In diesem Fall bekommen sie das Arbeitsblatt, das sie in der jeweiligen Einheit bearbeitet haben, ein zweites Mal zum Vertiefen als Hausaufgabe mit nachhause. Dies ist zudem eine der Brücken ins Elternhaus, denn auch das Einbeziehen der Eltern bewirkt mehr Nachhaltigkeit. Ebenso wie Elternbriefe, die diese regelmäßig darüber informieren, worauf gerade zu achten ist. Und die persönlichen Gespräche beim Abholen der Kinder. Da erfahren die Eltern, was ihr Kind gut gemacht hat und ob es im Moment Besonderheiten gibt, auf die sie zuhause ihr Augenmerk richten können. Denn die Eltern sind maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. Sie haben vielleicht selbst schlechte Erfahrungen in der Schule gemacht und sollen jetzt ihrem Kind vermitteln, dass Schule doch ganz leicht geht. Ergotherapeuten binden wo immer möglich und sinnvoll das Umfeld ein, was gerade hier einen wichtigen Effekt hat. Verändert sich ein Kind, verändert sich auch die Situation in der Familie. Die Eltern sehen voller Stolz, dass ihrem Kind plötzlich Sachen gelingen, die es zuvor einfach nicht geschafft hat und das stärkt auch die Beziehung zueinander. Ein weiterer Grund für die Party, die am Ende des Förderprogramms iPunkt stattfindet. Denn dann sind die Eltern dabei, sehen ihr Kind in einem ganz anderen Licht. Und sind gerührt, wenn ihr Kind seine wohlverdiente Urkunde erhält, ebenso wie ein Geschenk und vor allem die anerkennenden Worte der Ergotherapeutin.

 Informationsmaterial zu vielen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.); Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Service und Ergotherapeutische Praxen, Suche.

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